Songwriting für Anfänger
Eine Schritt für Schritt Anleitung

Der Artikel Songwriting für Anfänger ist eine erste Schritt für Schritt Anleitung für Anfänger und Einsteiger. Er dient als Leitfaden, um die Herangehensweise zum Schreiben von Songs zu erlernen. Er gibt einen leicht verständlichen Rahmen für das Komponieren von Songs vor, an dem Du dich entlanghangeln kannst.

Einleitung Songwriting für Anfänger

Du möchtest also lernen, wie man einen Song schreibt? Du suchst nach einer detaillierten Schritt-für-Schritt Anleitung zum Songwriting? Zuerst muss festgehalten werden, dass es nicht den einen perfekten, immer gültigen Weg zum fertigen Song gibt. Es gibt vermutlich so viele unterschiedliche Ansätze wie es Songwriter auf der Welt gibt.

Ich schildere in dieser Schritt für Schritt Anleitung einen bewährten Ansatz, der gerade bei Anfängern gut funktioniert.

Ein normaler Song aus den Genres Pop, Rock, Country oder R&B besteht in der Regel aus zwei Komponenten:

  • Text/Lyrics
  • Musik

Mit welchem Teil Du beginnst, liegt an deiner Songidee. Ist dir eine Zeile Text eingefallen, so beginnst Du vielleicht mit den Lyrics. Vielleicht hast Du aber auch ein Stück Melodie im Kopf, das Du gerne ausarbeiten möchtest. Dann kannst Du dich um die musikalische Untermalung kümmern.

Wie ich oben bereits sagte, ist es für viele Anfänger einfacher, zunächst den Songtext zu schreiben (wie ein Gedicht) und diesen später zu vertonen.

Songwriting für Anfänger
Songtext – die Worte

Ein Song ist nur so gut, wie die Message, die er transportiert. Viele Menschen hören auf den Text und versuchen zu verstehen, was der Künstler damit gemeint hat. Ist die Geschichte interessant und deckt sich beispielsweise mit meinen Erfahrungen, so werde ich eher eine Bindung zum Song aufbauen.

Zwar kommen viele Songs aus dem Bereich Pop oder EDM mit sehr wenigen Worten im Stil von „Oh, uh, ah!“ aus – doch auf der anderen Seite stehen Musikgenres wie Rap und Hiphop, in denen besonders viele Worte verwendet werden.

1. Songtitel

Der Songtitel kommt normalerweise nach der Idee für einen Song. Der Songtitel leitet sich in vielen Fällen direkt von der Idee ab. Und er ist wichtig.

Stell dir ein Buch mit einem langweiligen Titel vor, das Du in der Bücherei siehst. Wirst Du es in die Hand nehmen und darin blättern? Nein? Nun, so verhält es sich auch mit dem Songtitel. Je spannender die Worte, desto wahrscheinlicher, dass ein potenzieller Fan in Spotify darauf klickt.

Doch ganz so einfach ist es dann doch nicht, denn der Songtitel sollte so gewählt werden, dass dein Lied sehr schnell gefunden werden kann. Im besten Fall kommt der Songtitel (mehrfach) als Hook oder im Chorus deines Songs vor. Er sollte Aufmerksamkeit erregen und im Gedächtnis bleiben. Und wenn Du in Spotify nach dem Song suchst, sollte er gefunden werden.

Und es gibt noch etwas: Ist die Idee und damit der Songtitel gut, schreibt sich der Rest fast von alleine.

2. Chorus (Refrain)

Der Chorus ist unzweifelhaft der wichtigste Teil in jedem Song. Er wird am häufigsten wiederholt, hat die einprägsamste Melodie sowie Songtext und kann von allen mitgesungen werden. Wenn Du Musikkonsumenten bittest, einen Song vorzusingen werden sie sich fast immer an den Refrain erinnern, aber seltener an die Strophen. Der Chorus ist auch das, was alle auf dem Konzert mitsingen. Deswegen solltest Du dir für das Schreiben eines Chorus entsprechend viel Zeit nehmen, damit er (annähernd) perfekt wird.

Es ist okay, wenn Du mehr als die Hälfte der Zeit nur für das Komponieren des Refrains nutzt. Wer ein großes Publikum ansprechen möchte, oder Songwriting für das Radio betreibt, braucht eine besonders starke Hook und einen starken Chorus – alle anderen Songs werden einfach weggeschaltet.

Es bietet sich in den meisten Fällen an, den Songtitel im Chorus zu verarbeiten. In einigen Liedern besteht der Chorus auch nur aus der sich wiederholenden Hook, die auch noch Songtitel ist.

Ein weiterer Faktor für den Erfolg eines Songs ist die Wiederholung. Strophen und Refrains sollten mindestens einmal wiederholt werden, um die Langzeitwirkung des Lieds zu maximieren.

3. Verse (Strophe)

In den Strophen entwickelt sich die Geschichte, dessen Klimax im Chorus mündet. Du kannst die Strophen nutzen, um deine Geschichte zu erzählen. Ein Beispiel anhand eines Liebessongs: In der ersten Strophe lernst Du jemanden kennen, in der zweiten kommt ihr euch näher und in der dritten kommt ihr zusammen.

Auch wenn Strophen sehr wichtig für die Geschichte sind und die schier unendliche Weite zwischen zwei Refrains ausfüllen – sie dürfen nicht zu lang werden und führen auf den Chorus zu. Nichtsdestotrotz sollte jede Strophe gut ausgearbeitet werden und die Aussage des Chorus vorbereiten oder unterstützen. Gerade in einem Artikel wie „Songwriting für Anfänger“ muss ich darauf hinweisen, dass der Songtext in sich schlüssig sein sollte. Ein roter Faden sollte sich über alle Songteile erstrecken, das Publikum wird an der Hand durch die ganze Geschichte geführt.

4. Bridge (Middle Eight)

Die Bridge ist ein alternativer Teil des Songs, der einen musikalischen Kontrapunkt im Songwriting darstellen kann. Im Gegensatz zu den Strophen ist es nicht unbedingt notwendig, eine Bridge zu schreiben. Sie dient vielmehr dem Storytelling des Songs oder Du greifst auf dieses Stilmittel zu, weil eine weitere Strophe zu langweilig für das Publikum klingen würde.

Die Bridge kann den Zuhörer aufwecken oder überleiten. Sie kann auch dazu genutzt werden, den Zuhörer an eine neue Stelle zu entführen. Was den Songtext selbst angeht, kann die Bridge dazu genutzt werden, eine alternative Sichtweise des Themas aufzugreifen. Du kannst in der Middle Eight auch in eine andere Zeit springen oder eine plötzliche Wendung einzuführen.

5. Songstruktur

Wir kennen jetzt die unterschiedlichen Songparts, die für deine Lyrics wichtig sind. Stellt sich nun die Frage, wie diese am besten aneinandergereiht werden.

Hier sind einige typische Songarrangements, die oft und gerne verwendet werden:

V V V
V C V C B C
V V C V C
V C V C B C
V V C B C V C

(V = Verse / C = Chorus / B = Bridge)

Es ergibt Sinn, sich die Songstruktur zu Beginn zu überlegen. Steht die Idee fest, musst Du dich entscheiden, wie die Geschichte gehen soll. Dann kannst Du entscheiden, wie viel Zeit und Songelemente hierfür vonnöten sind.

Weitere Ideen zu Lyrics im Songwriting für Anfänger

Für den Songtext ist der rote Faden wichtig, der sich durch den gesamten Song zieht. Er besteht aus der Geschichte, die Du erzählen möchtest. Und genau diese Geschichte ist, was den Zuhörer emotional berührt und fesselt.

Für die Geschichte ist es unerheblich, ob sie auf Fakten oder Fiktion beruht. Die Wahl liegt bei dir – da wir hier von Songwriting für Anfänger sprechen, würde ich allerdings empfehlen, eine Geschichte aus deinem eigenen Erfahrungsschatz zu erzählen. Das ist für den Einstieg einfacher, als sich eine neue Geschichte auszudenken und sich in die Gefühlswelt der Protagonisten einzulassen.

Bei jeder Zeile deiner Lyrics solltest Du so viel Emotion und Gefühl in jedes einzelne Wort legen, wie es dir möglich ist. Nur wenn Du dich darauf einlässt, kannst Du den Zuhörer auf einer emotionalen Ebene packen.

Songwriting für Anfänger
Musik – Melodie & Akkorde

Der zweite Teil dieses Workshops beschäftigt sich mit dem musikalischen Teil eines Songs. Dazu gehören in erster Linie die Melodie, auf die der Songtext gesungen wird, und die begleitenden Akkorde.

6. Akkorde

Wenn der Songtext fertig geschrieben ist, gilt deine volle Konzentration zunächst der Melodie. Geübte Songwriter können auf bestehende Zeilen verschiedene Melodien singen und diese ausarbeiten. Anfänger, aber auch viele Fortgeschrittene können von einer anderen Herangehensweise profitieren. Hierzu brauchst Du ein Begleitinstrument wie eine Akustikgitarre oder ein Klavier.

Zunächst suchst Du nach einer geeigneten Akkordfolge, die zur Stimmung deines Songs passt. Wenn dir noch Erfahrung fehlt, kannst Du einfach auf eine der am häufigsten genutzten Akkordfolgen zurückgreifen:

G – D – Em – C

Du brauchst keine Sorge zu tragen, dass Du damit die Rechte irgendwelcher Künstler verletzt. Akkordfolgen sind wegen der fehlenden Schöpfungshöhe nicht geschützt. Hier kannst Du einige der Songs hören, die auf genau diese Akkorde (teilweise aber in anderen Tonarten) gespielt wurden.

7. Melodie

Am besten spielst Du die Akkorde immer wieder hintereinander und singst dabei die Zeilen deines Chorus. Hierbei merkst Du schnell, ob Du noch an einzelnen Wörtern, Phrasen oder ganzen Zeilen arbeiten musst. Wenn die Zeilen nicht einfach über deine Lippen kommen, solltest Du noch einmal eingreifen.

Wenn Du das wiederholst und dabei immer neue Melodien ausprobierst, wirst Du über kurz oder lang an einer melodischen Phrase hängenbleiben, die dir besonders gut gefällt oder sich bestens zum Song macht.

An kreativen Tagen werden die Ideen nur so fließen – an anderen Tagen kann die Suche nach einer schönen Melodie zu einer regelrechten Arbeit ausarten. Mit einer optimistischen Einstellung und genügend Hartnäckigkeit gewinnt am Ende jedoch immer die Kreativität und dein Song nimmt Gestalt an.

Zusammenspiel von Melodie, Akkorden und Text

Es ist wichtig, dass Melodie, Begleitakkorde und Text ineinander übergreifen und eine Einheit bilden. Das verstehen selbst fortgeschrittene Songwriter nicht immer und muss daher besonders betont werden.

Die Melodie und die Musik müssen die Stimmung der Lyrics widerspiegeln. Eine traurige Geschichte wird nicht als solche wahrgenommen, wenn der Erzähler dabei breit lacht. Und genauso verhält es sich mit Songtext und Musik: Handelt es sich um eine traurige Geschichte, sollte die Begleitung eher langsam sein und die Melodie vielleicht in einer Moll-Tonart gehalten. Handelt es sich um eine frohe Erzählung, so wird das besser mit einem Uptempo-Song unterstrichen.

Natürlich, es gibt keine Regeln. Und Du kannst den Kontrast zwischen Songtext und Musik gezielt einsetzen – doch ändert sich dadurch nicht gleichzeitig auch die Message?

Es gibt noch eine weitere Falle, in die Anfänger beim Songwriting und gerne auch Rapper tappen: Die Melodie sollte nie für eine Zeile geradegebogen werden. Und genausowenig sollte der Songtext wegen einer Melodie sinnentleert werden. Das Ergebnis wird sonst immer holprig und unprofessionell klingen. Je nachdem von welcher Seite aus Du kommst, müssen entweder Melodie oder Textzeile geändert werden, um die perfekte Einheit zu ergeben.

Fazit: Songwriting für Anfänger

Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Und auch Hits sind noch nicht von alleine entstanden. Die richtig guten und eingängigen Songs werden immer und immer wieder überarbeitet. Sie werden geschrieben, dann verändert, etwas poliert und erst dann sind sie fertig. Manchmal gehen sie durch die Hände von vielen Songwritern und Autoren, andere Male werden sie von Grund auf neu geschrieben.

Wenn Du vor einer Entscheidung stehst, solltest Du dich immer fragen:

  • Passt das zu meiner Idee?
  • Passt das zur Geschichte in meinem Song?
  • Was braucht der Song, damit er richtig knallt?

Beim Songs schreiben geht es immer darum, Lyrics, Melodie und Akkorde so lange anzupassen bis sie eine Einheit bilden. Dann ist die Emotion der Geschichte in den Groove des Songs eingraviert. Dann erreichst Du mit deinem Lied das Publikum.

Polieren ist das Stichwort. Stunden, Tage oder Wochen.